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javagraticule3d:import

Datenimport

Der Datenaustausch zwischen dem Instrument und JAG3D bzw. zwischen anderen Applikationen kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Im Ergebnis müssen die zu verarbeitenden Daten in den entsprechenden Datenbanktabellen von JAG3D vorliegen. Auch wenn der direkte Import über SQL möglich ist, um bspw. JAG3D als Modul in einer Monitoring-Software zu betreiben, geht der intuitivere Weg über die graphische Benutzeroberfläche (GUI).

Datenimport über Hauptmenü
Abbildung 1: Datenimport über Hauptmenü

Der Import über die Oberfläche erfolgt entweder über den Hauptmenüpunkt Import (vgl. Abbildung 1) oder über das Kontextmenü (vgl. Abbildung 2) der betreffenden Punkt- bzw. Beobachtungsgruppe. Über das Hauptmenü lassen sich alle Datentypen importieren, die JAG3D verarbeiten kann. Die ersten beiden Ebenen gliedern sich wie folgt:

Datenimport über Kontextmenü der Gruppe
Abbildung 2: Datenimport über Kontextmenü
  • Beobachtungen
    • Nivellement
    • Horizontalstrecken
    • Richtungen
    • GNSS 2D
    • Schrägstrecken
    • Zenitwinkel
    • GNSS 3D
  • Koordinaten
    • Festpunkte
    • Anschlußpunkte
    • Datumspunkte
    • Neupunkte
  • Vektoren
  • GSI-Datei
    • GSI 1D
    • GSI 2D
    • GSI 2.5D
    • GSI 3D
  • BEO-Datei
  • Nutzerspezifisch

Bei den Koordinaten wird jeweils noch die Dimension der Punkte unterschieden.

  • Höhenpunkte
  • Lagepunkte
  • Raumpunkte

Im Gegensatz zum Import über das Kontextmenü, erlaubt der Import über das Hauptmenü einen multiplen Dateiimport, die im Batch-Betrieb von der Applikation abgearbeitet werden.

Formatbeschreibung

Seit der Version 2 unterstützt JAG3D ein rudimentär aufgebautes, spaltenbasiertes Textformat, welches als Trennzeichen mindestens ein Leerzeichen (und/oder Tabulator) voraussetzt. Das Format setzt sich aus zwingend notwendigen Spalten und optionalen Spalten mit Zusatzinformationen zusammen. Kommentare in der Datei sollten mit einem Doppelkreuz (#) am Zeilenanfang eingeleitet werden.

Terrestrische Beobachtungen

Grundsätzlich ist das mischen unterschiedlicher Beobachtungstypen in einer Datei nicht möglich. Eine Beobachtungsdatei, welche klassische terrestrische Daten beinhaltet, hat folgende Felder:

  1. <StartPointID, required> Punktnummer des Standpunktes
  2. <EndPointID, required> Punktnummer des Zielpunktes
  3. <InstrumentHeight, optional (Default := 0, required <ReflectorHeight>)> Instrumentenhöhe
  4. <ReflectorHeight, optional (Default := 0, required <InstrumentHeight>)> Tafelhöhe
  5. <ObservationValue, required> Messwert
  6. <ObservationSigma, optional (Default := GroupUncertainty)> Individuelle Unsicherheit der Beobachtung, überschreibt Gruppengenauigkeit

Beispiel 1: Minimale Konfiguration einer Beobachtungsdatei

A	B	100.01
A	C	 58.27

Implizit wird hier eine Instrumenten- und Tafelhöhe von 0m angenommen und für die stochastische Modellbildung auf den gruppenbasierten Ansatz zurückgegriffen.

Beispiel 2: Konfiguration einer Beobachtungsdatei mit Instrumenten- und Tafelhöhen

A	B	1.60	2.10	100.01
A	C	1.60	1.50	 58.27

Wie im 1. Beispiel wird für die stochastische Modellbildung auf den gruppenbasierten Ansatz zurückgegriffen.

Beispiel 3: Konfiguration einer Beobachtungsdatei mit individuellen Unsicherheiten

A	B	100.01	0.025
A	C	 58.27	0.020

Das stochastische Modell wird auf Grundlage der individuellen Unsicherheiten abgeleitet. Wie im ersten Beispiel wird eine Instrumenten- und Tafelhöhe von 0m angenommen.

Beispiel 4: Konfiguration einer Beobachtungsdatei mit individuellen Unsicherheiten und Instrumenten- und Tafelhöhen

A	B	1.60	2.10	100.01	0.025
A	C	1.60	1.50	 58.27	0.020

In diesem Beispiel sind alle in einer Beobachtungsdatei definierten Spalten belegt.

Hinweis, beim Nivellement wird häufig ein entfernungsabhängiger Genauigkeitsansatz gewählt. Da die Distanz zwischen den Höhenpunkten nicht ermittelt werden kann, muss diese in der Rohdatendatei gegeben sein. JAG3D interpretiert die vorgegebene a-priori Standardunsicherheit als Nivellementsweg, wenn diese größer ist als Eins.

Beispiel 5: Sonderfall Nivellement

A	B	1.45	0.025
A	C	0.60	1.50

Während die 0.025m als Standardunsicherheit des Höhenunterschiedes zwischen A und B eingelesen wird, wird die 1.5m als Nivellementsweg zwischen den Höhenpunkten A und C interpretiert. Dies gilt auch, wenn zusätzlich noch Stand- und Zielpunkthöhen enthalten sind.

Punkte und Koordinaten

In Abhängigkeit der Dimension der Koordinaten unterscheidet sich die Anzahl der notwendigen und optionalen Spalten in der Datei. Die nachfolgenden Beispiele beziehen sich auf 3D-Koordinaten. Sollte eine andere Punktdimension vorliegen, so sind die entsprechenden Spalten zu streichen. Das mischen unterschiedlicher Punktdimensionen in einer Datei ist nicht möglich. Angegebene Unsicherheiten werden nur beim Punkttype Stochastischer Anschlußpunkt berücksichtigt. Ferner sind Gruppierungen der Unsicherheiten möglich, vergleiche Beispiel XYZ.

  1. <PointID, required> Punktnummer
  2. <Y, required if 2D/3D-Point> Rechtswert
  3. <X, required if 2D/3D-Point> Hochwert
  4. <Z, required if 1D/3D-Point> Höhe
  5. <σY, optional (Default := GroupUncertainty, required <Y>)> Unsicherheit des Rechtswerts
  6. <σX, optional (Default := GroupUncertainty, required <X>)> Unsicherheit des Hochwerts
  7. <σZ, optional (Default := GroupUncertainty, required <Z>)> Unsicherheit der Höhe

Beispiel 1: Minimale Konfiguration einer Punktdatei

A	1000.02	2058.27	301.78
B	1058.27	2000.02	305.24

Der Standardfall beinhaltet lediglich die Koordinaten der Punkte. Unsicherheiten werden bei Bedarf aus den Gruppeneinstellungen abgeleitet.

Beispiel 2a: Konfiguration einer Punktdatei mit Unsicherheiten

A	1000.02	2058.27	301.78	0.02	0.02	0.02
B	1058.27	2000.02	305.24	0.02	0.02	0.02

Ergänzend zu Beispiel 1 sind hier die Unsicherheiten für jede Koordinatenkomponente angegeben. Sollten die Unsicherheiten in allen drei Komponenten identisch sein, können diese in einer Spalte gruppiert werden.

Beispiel 2b: Konfiguration einer Punktdatei mit identischen Unsicherheiten in allen Komponenten

A	1000.02	2058.27	301.78	0.02
B	1058.27	2000.02	305.24	0.02

Beispiel 2a und 2b führen somit zum selben Ergebnis. Eine dritte Vereinfachung ergibt sich für den Fall, dass lediglich die Lagekomponenten identische Unsicherheiten haben.

Beispiel 2c: Konfiguration einer Punktdatei mit unterschiedlichen Unsicherheiten in Lage und Höhe

A	1000.02	2058.27	301.78	0.02	0.03
B	1058.27	2000.02	305.24	0.02	0.03

Wie in Beispiel 2a und 2b erhalten die Lagekomponenten identische Genauigkeiten von 2cm. Die Höhe hingegen wird mit 3cm a-priori angenommen.

Das Standardformat von JAG3D unterstützt somit keine Spalte für den Punktcode. Um den Punktcode zu importieren, ist daher der nutzerspezifische Formatimport zu nutzen.

GNSS-Beobachtungen

JAG3D verarbeitet relative GNSS-Beobachtungen. Das hierfür definierte Format ist eine Erweiterung des beschriebenen Koordinatenformats und enthält folgende Felder:

  1. <StartPointID, required> Punktnummer des Standpunktes
  2. <EndPointID, required> Punktnummer des Zielpunktes
  3. <δY, required> Relative Koordinatenkomponente des Rechtswerts
  4. <δX, required> Relative Koordinatenkomponente des Hochwerts
  5. <δZ, required if 3D-Point> Höhe
  6. <σY, optional (Default := GroupUncertainty, required <δY>)> Unsicherheit von δY
  7. <σX, optional (Default := GroupUncertainty, required <δX>)> Unsicherheit von δX
  8. <σZ, optional (Default := GroupUncertainty, required <δZ>)> Unsicherheit von δZ

Anstelle der Punktnummer ist, wie auch beim klassischen Beobachtungsformat, die Standpunkt- und Zielpunktnummer vorhanden. Es gelten die Abstufungen analog zur Punktdatei.

Beispiel 1: Minimale Konfiguration einer Datei mit räumlichen GNSS-Beobachtungen

A	B	100.02	258.27	301.78
B	C	158.27	200.02	305.24
javagraticule3d/import.txt · Zuletzt geändert: 25.10.2013 16:06 von Michael Loesler